Leitgedanken - Gymnasium Bürgerwiese Dresden

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Leitgedanken

Schulkonzept


Gesamtkonzeption Gymnasium Bürgerwiese Dresden

Das Gymnasium Bürgerwiese wurde im Schuljahr 2008/2009 als staatliche Schule in Trägerschaft der Stadt Dresden gegründet. Der Unterricht begann am 25. August 2008 mit 58 SchülerInnen der Klassenstufe 5 und neun LehrerInnen. Zurzeit, im Schuljahr 2012/13 werden im GBW 440 SchülerInnen in insgesamt 19 Schulklassen in den Klassenstufen fünf, sechs, sieben, acht und neun von 34 LehrerInnen unterrichtet.
Mit der Neugründung des Gymnasiums wurde gleichzeitig ein Schulneubau beschlossen. Dieser soll in der Zukunft einen modernen Ort des Lernens und Miteinanders für alle SchülerInnen darstellen. Insgesamt werden bis zur zwölften Klasse ca. 1300 Kinder und Jugendliche diese Einrichtung besuchen. Das Architekturbüro Schubert+Horst aus Dresden hat den Neubau entworfen. Gleich nach der Schulgründung wurde von VertreterInnen der Elternschaft der Förderverein CITY Gymnasium-Bürgerwiese Dresden ins Leben gerufen. Von Anfang an haben so die Mitglieder des Fördervereins aktiv an der Gestaltung dieser neuen Bildungsstätte mitwirken können.
In den letzten vier Schuljahren wurden je vier neue 5. Klassen aufgenommen. Aufgrund dieser steigenden Schülerzahlen, den begrenzten Kapazitäten des 50 Jahre alten Schulgebäudes sowie  des Baus des neuen Schulcampus findet der Unterricht seit diesem Schuljahr zudem in einer Außenstelle in der Cämmerswalder Straße statt. Die Nutzung wird im kommenden Jahr ausgeweitet. Somit werden GT-Angebote erstmals in beiden Gebäuden durchgeführt, um allen SchülerInnen eine optimale individuelle Förderung zu ermöglichen.
In unserem Gymnasium werden das sportliche, das mathematisch-naturwissenschaftliche sowie das sprachliche Profil angeboten. Ein weiteres Profilangebot wird erarbeitet (voraussichtlich künstlerisch). Insbesondere das sportliche Profil stellt für Dresden eine Besonderheit dar, da dies außer am Sportgymnasium (vertieft) an keinem anderen Gymnasium der Stadt angeboten wird.


Selbstverständnis und Leitgedanken des GBW
Von Beginn an hat sich die Struktur und Konzeption des Gymnasiums und dessen Angebote über den Unterricht hinaus stets weiterentwickelt. Als Selbstverständnis „strebt [das GBW] ein gesundes und nachhaltiges Lernen an, das auf den Grundpfeilern Sport und Resilienz (psychische Widerstandskraft), Nachhaltigkeit und neuen Lernmethoden beruht“. Dieses Verständnis bildet die Grundlage für „Richtung und Ziele der tagtäglichen Bemühungen aller am Bildungsprozess Beteiligten. In diesem Prozess sollen dabei PädagogInnen, MitarbeiterInnen, SchülerInnen und Eltern ihre jeweiligen Aufgaben wahrnehmen und Schule gestalten.“ (Gutjahr, 2010, S. 4f) Alle StakeholderInnen des GBW haben drei Leitgedanken erarbeitet, die für die weitere konzeptionelle Entwicklung des GBW tragfähig sein können (Vgl. ebd. S.9ff): Schule soll Grundlagen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung vermitteln. Schule soll sich zu einer gesunden Schule entwickeln, in der sich alle Beteiligten wohl- und angenommen fühlen können. Schule ist ein Teil der Stadt und kooperiert mit Verbänden und Institutionen, um lebendige und außerschulische Lernorte für die Ausübung des Bildungsauftrages zu nutzen und tragfähige Netzwerke für die Zukunft zu bauen.
Die Begriffe »Nachhaltigkeit«, »Gesundheit« und »Stadtzentrum« verdeutlichen die Ausrichtung des Profils der Schule. Diese drei Leitgedanken zeigen klare Merkmale des GBW auf, die sowohl konzeptionell, als auch im Unterrichtsvollzug aufgegriffen werden. So will das GBW durch ein Bewusstsein für „globale Zusammenhänge und Herausforderungen wie den Klimawandel oder Themen zur globalen Gerechtigkeit vermitteln“ (ebd. S. 10). Zum Zweiten soll versucht werden, ein Schulklima zu entwickeln, dass es allen Beteiligten ermöglicht, sich im Lernort Schule „wohlzufühlen“, sowohl auf physischer, als auch auf psychischer Empfindungsebene. Den dritten Leitgedanken der »Schule im Stadtzentrum« legt die Nähe zum Hautbahnhof, zum „Großen Garten“ bzw. zur Altstadt nahe. „Die zentrale Lage der Schule ermöglicht einen unkomplizierten Einbezug von öffentlichen Einrichtungen in die Gestaltung des aktuellen Lehrplanes“ (ebd.S. 12).

Epochen und Projekte
Das Lernen an außerschulischen Lernorten ist ein wesentlicher Bestandteil der Unterrichtsgestaltung, um Lerninhalte Kindern fächerübergreifend lebensnah in der Praxis erleben und ausprobieren zu lassen. Im Schuljahr finden in den verschieden Klassenstufen Themenepochen statt, um sich in dieser Zeit klassenübergreifend in
Interessengruppen intensiv mit Themen zu beschäftigen „z.B. zu »Klima«, »Theater«, »Sagen«, »Legenden«, »Wirtschaft«, „Wasser“, „Ernährung“.

Ganztag
Als junge Schule befindet sich das GBW in einem ständigen Prozess der Weiterentwicklung. Es versucht den Bedingungen sowohl neuer pädagogischer Konzepte als auch der GTS-Diskussion Rechnung zu tragen und hat einen rhythmisch organisierten Ablauf des Unterrichts.

Rhythmisierung des Wochen- und Tagesablaufs am Gymnasium Bürgerwiese Dresden
1. Block: 8:00 – 9:30 Unterricht , Mittwochs: Individuelle Förderung und GTA
Frühstückspause
2. Block: 9:50 – 11:20  Unterricht
Bewegungspause
3. Block: 11:50 – 13:20 Laufend eingebundene Mittagspausen Unterricht
Mittagspause
4. Block: 13:50 – 15:20  Insbesondere klassenübergreifender Unterricht, wie z.B. Profilunterricht, Ethik/Religion, Kontaktstunden
Nachmittag: 15:00 – 16:00 Individuelle Förderung und GTA

Besonderheiten der Örtlichkeiten des GBW, Einzugsgebiet
Das Einzugsgebiet der Schule besteht nicht nur aus den angrenzenden Stadtteilen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass das GBW für einen Großteil der SchülerInnen ein Teilraum ist, der zum verinselten Sozialraum der SchülerInnen gehört. Sozialräume sind verinselt, wenn Teilräume von Menschen wie Lebens- oder Entwicklungsraum, nicht miteinander verbunden sind. Dieses Phänomen ist vor allem in modernen Städten vorhanden, wo bspw. der Wohnraum durch eine starke Monofunktionalität geprägt ist (Wohnen in der Stadtrandsiedlung, Schule in einem anderen Stadtteil, vgl. Kessl/Reutlinger, 2010). Folge der städtebaulichen Entwicklung ist, dass Menschen im Alltag längere Wege zurücklegen müssen. Hierbei sind die zentrale Lage und die ideale Verkehrsanbindung des Gymnasiums günstig.

Erkennbare Problemlagen aus Sicht des GBW

SchülerInnen, besonders im gymnasialen Bereich nehmen oft noch viele außerschulische Angebote vom Musikunterricht bis zum Sportverein wahr. Hier wird die Gefahr der Angebotskonkurrenz erkennbar, die gleichzeitig sinnvolle Kooperationen mit externen Partnern fordert.
Deshalb wird die Mehrzahl der GT-Angebote auf den ersten Block am Mittwoch gelegt. Zurzeit wird versucht dies in beiden Schulgebäuden zu realisieren.
Diese Form der offenen und teils gebundenen Ganztagsgestaltung erfordert ein hohes Maß an Organisation und verantwortungsvollen Umgang mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Ziele
Es gilt, eine Struktur zu festigen, die es ermöglicht, die positiven Gesichtspunkte der Ganztagsschulentwicklung mit den besonderen Bedingungen des GBW so zu verknüpfen, dass möglichst viele Schüler sowohl die Angebote der Schule als auch die individuellen Angebote in Dresden wahrnehmen können. Ganztagsangebote sollen im Gesamtkonzept weniger in ihrer zeitlichen Dimension ("Ganztag") als vielmehr in ihrer inhaltlichen Dimension (soziales Lernen, Motivation und das Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler fördern, Erwerb kognitiver Kompetenzen) in den Fokus rücken. Im Kontext mit den Zielen der gesunden Schule sollte sich damit ein "idealer Alltag" für unsere Schülerinnen und Schüler ergeben. Für die nächste Zeit ergeben sich daraus folgende Teilziele:
1. Die Rhythmisierung so gestalten, dass trotz der zwei Schulteile wesentliche Angebote von fast allen Schülerinnen und Schülern wahrgenommen werden können.
2. Die Qualität der Angebote so zu verbessern, dass sie den Anforderungen entsprechen, die wir auch im Unterricht, den Epochen und Projekten umsetzen. Dazu ist die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern von der organisatorischen auf die inhaltliche Ebene weiter auszubauen.
3. Die Individualität und die Ansprüche unserer Schülerschaft verstärkt zu beachten. Dazu ist die Vielfalt der Angebote weiter zu erhöhen.

Bezug zum Schulprogramm:
Das Gymnasium Bürgerwiese entwickelt sich rasant weiter. Der einstige Leitgedanke hat sich zur intensiven Schulprogrammarbeit entwickelt. Mit unserem Programm "Zukunftsschritte.21", welches den Weg vom schulinternen Curriculum zur Schule der "Bildung für nachhaltige Entwicklung" vorgibt, sind wir als offizielles UNESCO-Decade Projekt ausgezeichnet worden. Dieses Projekt wird seit 2008 vorbereitet und in Schritten durchgeführt. Konkretisiert und benannt wurde es im August 2010. Es ist darauf ausgelegt, das Gymnasium zu einer "BNE-Schule" zu entwickeln und damit langfristig wirksam zu sein:

_Zukunftsschritte_21_

1. Schritt: Implementierung verschiedener Projekte zur Nachhaltigkeit (2008/2009)
2. Schritt: Zusammenfassung zum schulinternen Curriculum unter der Leitidee der Bildung für
nachhaltige Entwicklung (2010-2011)
3. Schritt: Erstellung des Schulprogramms zur Schule(2011/2012)
4. Schritt: permanente Umsetzung und Evaluation

Die Ganztagskonzeption spielt in diesem Zusammenhang eine tragende Rolle. Sie bildet eine wesentliche Grundlage für die Zusammenarbeit und Vernetzung der Schule mit den Kooperationspartnern und den Ressourcen der Stadt Dresden. Der Ansatz der Bildung für nachhaltige Entwicklung zur Entwicklung der Gestaltungskompetenz wird durch die Ganztagsangebote in großem Maße unterstützt.
Grundsätze für unser tägliches Handeln auch im Ganztagsbereich ergeben sich somit aus den Grundsätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung:
• Interdisziplinäres Wissen geht von der Notwendigkeit „vernetzten Denkens“, insbesondere der Vernetzung von Natur- und Kulturwelt und der Entwicklung entsprechender Problemlösungskompetenzen aus. Ziel ist die Etablierung entsprechender Inhalte und Arbeitsformen in den Curricula.
• Partizipatives Lernen greift die zentrale Forderung der Agenda 21 nach Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen am Prozess nachhaltiger Entwicklung auf. Schule kann auf diese Teilhabe vorbereiten, indem sie ihre Unterrichtskultur um Lehr- und Lernformen erweitert, die gezielt demokratische Handlungskompetenzen vermitteln.
• Etablierung innovativer Strukturen geht davon aus, dass die Schule als ganzheitliches System bildungswirksam ist, indem sie aktuelle schulische Reformfelder wie Qualitätsentwicklung, Profilbildung, Öffnung von Schule, Leistungskultur usw. für alle thematisiert und in partizipativen Verfahren strukturell weiterentwickelt. In diesem Rahmen ist die Kooperation mit außerschulischen Partnern von hoher Bedeutung.

Um dies auch bei der Ganztagskonzeption umzusetzen wurde eine Umfrage unter allen Schülerinnen und Schülern zum GTA durchgeführt. Im Elternrat wurde intensiv über die bessere Einbindung der GTA in den Schulalltag diskutiert. Mit der Entwicklung beschäftigen sich die genannten Facharbeiten. Lehrer und externe Partner arbeiten intensiv an der Ausgestaltung der Projekte. Die Umsetzung wird vom Förderverein begleitet. Bei der Fremdbewertung im Zusammenhang mit der Bewerbung zur gesunden Schule werden u.a. Rhythmisierung und einzelne Angebote beleuchtet.

Ressourcen
Für die Umsetzung des Konzeptes sind sowohl materielle, personelle als auch räumliche Ressourcen notwendig. Ein sorgfältiger Umgang mit vorhandenen Mitteln, die kontinuierliche Akquirierung neuer Mittel und innovatives Management gehören neben der pädagogischen Seite ebenso zum Konzept der Nachhaltigkeit.
Im Zusammenhang mit dem Neubau soll hier insbesondere auf die räumlichen Notwendigkeiten eingegangen werden:
1. Die zeitlich-räumliche Dimension:
In der Zeit zwischen 8 und 15 Uhr werden sich prinzipiell alle zunächst ca. 1000  Schüler im Schulcampus aufhalten. Für den Unterricht im Grundbereich werden alle Klassen- und Kursräume benötigt. Für das Arbeiten im Ergänzungsbereich, der individuellen Förderung bzw. Freiarbeitsphasen sind in dieser Zeit alle weiteren Gruppenräume notwendig, da hier auch eine Teilung der Klassen erfolgen muss.
Außerhalb der Kernzeit werden insbesondere Gruppen- und GTA-Räume mit der entsprechenden Ausstattung sowie die Sportbereiche benötigt.
2. Die räumlichen Merkmale:
Anzahl der Räume, Lage und geplante Ausstattung entsprechen dem in den ersten Abschnitten ausgeführten pädagogischen Konzept:
• Mensa und Schülerküche – gesunde Schule in Bezug auf gesunde Ernährung
• Gruppenräume / Schülermitverwaltung – Partizipation (BNE)
• Sportanlagen – Profil und gesunde Schule in Bezug auf Bewegung
• GTA – Räume mit speziellen Ausstattungen – naturwissenschaftliches Profil und Angebote im künstlerisch / gestalterischen Bereich, z.B. Keramik
• Aula und Nebenräume – Präsentationen im Rahmen der Aktionen von BNE, den Profilen, den Arbeitsgemeinschaften Chor, Musik, Theater, Veranstaltungen der Schulgemeinschaft (Mitwirkung), Repräsentationen im Rahmen der Kooperationsbeziehungen in der Stadt.
Bei der geplanten Ausstattung der Räume wurde in Absprache mit allen Verantwortlichen und potenziellen Nutzern auf eine möglichst vielfältige und langlebige Benutzbarkeit geachtet.

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